Kampfsport für Kinder ab 3?

Kampfsport für Kinder ab 3 Jahren? Die Frage habe ich mir schon lange gestellt. Mein Kleiner ist ein wirklicher Wirbelwind und hat viel Kraft und Ausdauer. Seit über einem Jahr gehen wir gemeinsam zum Eltern-Kind-Turnen. Anfangs hatte er keine Lust mitzumachen und hat sich in der großen Schulsporthalle lieber mit anderen Dingen beschäftigt. Das ist auch nicht allzu schwer, wenn man an all die Geräteräume denkt mit ihren Gegenständen oder an die Türen, die in den langen Flur mit den vielen(!) Türen führen. Ja, wie man jetzt daraus schließen kann, kennen wir uns in unserer Schulsporthalle mittlerweile sehr gut aus.

Taunus Fighters Idstein, Kampfsport ab 3 Jahren
Taunus Fighters Idstein, Kampfsport ab drei Jahren

 

Nach einiger Zeit war bzw. ist er immer noch aktiv am Mitmachen aber die ganze Turnstunde hält er nicht durch. Nach etwa der Hälfte der Zeit ist es ihm genug mit Anweisungen und dem robben auf Bänken oder Springen von Böcken. Irgendwie kann er sich beim Turnen nicht so ganz auslasten und ihm fehlt einfach das Verrücktsein dabei. Oft ist es auch so, dass er einen kleinen Wutanfall bekommt und in dem Moment einfach nichts mit sich anzufangen weiß. Seit längerem halten wir nach einer weiteren Sportart für ihn Ausschau. Das Turnen will ich nämlich nicht ganz aufgeben, da ich von der Turnlehrerin mehr als überzeugt bin und er, wenn er natürlich mitmacht, sehr geschickt ist. Aber er benötigt etwas zum Ausgleich für seine Hummeln im Popo 🙂

 

Da wir sehr ländlich leben, ist die Auswahl nicht immer die Größte aber wir wurden fündig bei der Suche nach einem Kampfsport für Kinder ab 3 Jahren. Im 25 km entfernten Idstein gibt es den Verein Taunus Fighters. Bei den Taunusfighter Minis lernen Kinder zwischen zwei und fünf Jahren, ähnlich wie im Kinderturnen, sich zu bewegen und ihren Körper wahrzunehmen. Während der Trainingszeiten lernen sie auch die ersten Techniken der Kampfsport Kickboxen. Dabei wird sehr großen Wert darauf gelegt, dass die Kinder sich nicht gegenseitig weh tun, sondern ganz im Gegenteil sich gegenseitig respektieren. Unser erster Besuch letzte Woche war ein voller Erfolg für den Kleinen. Er war sehr gespannt, als ich ihm erzählte, dass wir zum Kickboxen gehen. Nach einem kurzen Kennenlernen mit dem Trainer nahm er meinen Kleinen direkt zu sich.

Als Mutter äußerte ich natürlich meine Bedenken, ob ich mit diesem Sport mein Kind vielleicht in die falsche Richtung bringe. Er neigt ohnehin gerne mal dazu zu hauen und lässt sich von anderen Kindern so gar nichts gefallen. Also genau das Gegenteil zu meinem Großen. Der Trainer verneinte ganz klar ohne lange zu überlegen. Er sagte, dass es ein guter Ausgleich für den Kleinen ist, er auch beim Training lernt sich besser unter Kontrolle zu halten und lernt respektvoller mit anderen Menschen in seiner Umgebung umzugehen.

Das erste Kickbox-Training; Kampfsport für Kinder ab 3 Jahren

Taunus Fighters Idstein, Kampfsport ab drei Jahren, Kickbox-Training
Taunus Fighters Idstein, Kampfsport ab drei Jahren, Kickbox-Training

Der Trainer und mein Kleiner legten sofort los. Die Handschuhe wurden angezogen, links, rechts und treten und immer weiter. Der Kleine war im ersten Moment irritiert. „Darf ich das jetzt wirklich?“, schien es ihm durch den Kopf zu gehen. Und der Trainer rief: „Ja, super und jetzt noch fester und weiter.“ Mein Sohn lächelte über beide Ohren und boxte nach Anweisung des Trainers immer weiter. Das ihn jemand lobte, weil er boxte schien ihn zu irritieren aber gleichzeitig hatte er riesen Spaß einfach mal sich auszupowern.

 

Wir balancierten noch über schmale Balken, rutschten Holzbänke runter und trainierten weiter die Boxtechniken. Nach der Trainingseinheit der Kleinen kamen die größeren Kinder dran. Wir schauten ihnen noch eine Weile zu bevor wir wieder nach Hause fuhren.

Die zweite Trainingseinheit: Kickboxen für Minis

Gestern fuhren wir wieder zum Training und ich kann nun mit Gewissheit sagen, dass es dem Kleinen sehr gut gefällt. Er nutzt wirklich die kompletten 60 Minuten aus um sich vollständig auszupowern. Weder letzte Woche noch diese Woche langweilte oder bekam er einen Wutanfall während des Trainings. Er scheint auch vom Trainer begeistert zu sein, denn er geht immer wieder hin und fordert die kleinen Boxhandschuhe um mit ihm gemeinsam trainieren zu können.

Das Motto des Trainers hilft mir auch bei der Beantwortung meiner vielen Fragen, ob ich damit nicht meinen Sohn in die falsche Richtung lenke oder seine Wutanfälle fördere oder auch sein Hauen.

„Die eigentliche Kunst besteht darin, den Kampf zu vermeiden.“

Wir für uns haben beschlossen das Training weiterhin zu besuchen und zu schauen, inwieweit sich das Verhalten unseres Kleines dadurch verändert.

Mittlerweile bin ich zu der Anschauung gekommen, dass es Kindern durchaus helfen kann einen Kampfsport auszuführen um einfach mal Frust, Stress oder Wut abzubauen, sich körperlich zu bewegen und gleichzeitig Fairness und Disziplin zu erlernen.

 

Ich bin gespannt, wie es sich weiterentwickelt und berichte gerne noch einmal.

 

Eure Mimi

 

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