Einschulungsuntersuchung meines „Kann-Kindes“ beim Gesundheitsamt

Wahnsinn mein Großer wird tatsächlich groß. Gestern hatten wir die Einschulungsuntersuchung beim Gesundheitsamt. Auf dem Weg dahin, überkam mich das Gefühl „Wo gehen wir jetzt hin? Kann das sein? So schnell? Bald schon Schule?“

Ich glaube mittlerweile wirklich daran, dass jemand heimlich an der Uhr dreht. Eigentlich hätte er ja noch ein Jahr Zeit, er ist ja ein Kann-Kind…

Nun gut, fangen wir von vorne an. Morgens hatten wir den gewohnten Ablauf. Beide Kinder gingen in den Kindergarten. Ich sagte den Erzieherinnen schnell bescheid, dass ich den Großen um 10:00 Uhr wieder abholen werde um ihn zur Einschulungsuntersuchung zu bringen. Ich brauchte morgens noch die 2-3 Stunden Zeit für meinen aktuellen Weiterbildungskurs.

Um 09:30 Uhr packte mich dann doch ein Ungutes Gefühl, weil ich mich so gar nicht mit diesem Termin auseinandergesetzt hatte. Der Fragebogen, den ich im Vorfeld ausfüllen musste und die Unterlagen, die noch benötigt wurden waren zwar parat aber was so wirklich während der Einschulungsuntersuchung passiert bzw. Wert gelegt wird, das wusste ich nicht. Ich dachte mir: „Das wird schon!“ Nachdem ich den Großen um Punkt 10:00 Uhr abholte und weiter nach Bad Schwalbach zum Gesundheitsamt fuhr, erklärte ich dem Großen, dass er bestimmt ein paar Aufgaben lösen muss und vielleicht auch mal was malen muss.

Er war weiterhin ganz entspannt und sang weiter zu seinen Kinderliedern mit. Vor Ort angekommen, düsten wir die Treppen in den dritten Stock hoch und nahmen im Wartezimmer Platz. Die kurze Wartezeit überbrückten wir mit Buchlesen.

Und los gehts! Die Einschulungsuntersuchung für mein Kann-Kind

Und schon ging es los. Nachdem uns eine nette Dame willkommen hieß, führte sie uns in den nächsten Raum. Sie fragte den Großen kurz nach seinem Namen und erklärte ihm dann, dass sie jetzt seinen Blutdruck messen möchte und dann mit ihm einen Hörtest durchführt. Sobald es piepst wie eine Maus, sollte der Große zeigen auf welchem Ohr er das Geräusch gehört hatte. Nach dem Hörtest kam der Sehtest an die Reihe. Hier musste man durch ein Gerät (ich kenne den Namen nicht) schauen und sagen, ob die Figur nach oben, nach unten, nach links oder nach rechts schaut.

Nach der Aufgabe sollte er sich die Schuhe ausziehen, um gewogen und gemessen zu werden. Die Schuhe konnte er danach auslassen und setzte sich wieder an den Tisch. Diesmal ging es mit richtigen Aufgaben los. Als Mama, die in der Ecke des Raumes als Zuschauerin saß, empfand ich die Untersuchung sehr straff durch getaktet. Und war ein wenig verärgert, dass ich mich im Vorfeld nicht mit dem Thema befasst hatte. Aber wie sich später rausstellte, war es vielleicht auch besser so. So konnte man genau sehen, wie gut er die Aufgaben schon bewältigen kann und auch mit Zeitdruck und Schnelligkeit gut umgehen kann.

Tempo, Baby, Tempo

Ich konnte es mir aber, aufgrund des straffen Programms, nicht nehmen lassen, ca. nach der Hälfte der Aufgaben die Dame darauf aufmerksam zu machen, dass mein Sohn ein Kann-Kind ist und erst vor ein paar Wochen 5 Jahre geworden ist. Sie war erst einmal total verblüfft, weil es ihr vorher gar nicht bewusst war und lobte daraufhin den Großen, wie toll er schon alles mitmacht und ohne Probleme löst.

Da ging tatsächlich die Löwen-Mama bei mir durch. Obwohl er alles super machte, hatte ich das Gefühl, dass es einfach alles zu schnell war. Die Aufgabenstellung wurde dem Kind einmal kurz erklärt und schon musste er loslegen. Bei manchen Aufgaben wurde sogar die Zeit gestoppt. Zum Beispiel wurde gezählt, wie viele nicht lachende Gesichter man zwischen den lachenden Gesichtern, innerhalb von einer Minute auf einem DIN4 Blatt erkennt und durchstreicht.

Nach dem die Aufgaben beendet waren, wurden wir darauf hingewiesen, dass die Ärztin gleich da ist, um ihn genauer bzgl. Körperhaltung etc. zu untersuchen. Dies verlief dann auch so. Zusätzlich ließ sie ihn von einem Bein aufs andere hüpfen und machte noch weitere Übungen. Danach sollte er sich wieder an einen Tisch setzen. Die Ärztin fragte ihn die verschiedensten Fragen und ließ ihn wieder Aufgaben lösen.

Die Aufgaben bzw. die Untersuchung empfand ich als sehr eingehend und gut aber das Tempo irritierte mich ein wenig. Ich nutzte die Zeit, während der Große sich die Schuhe anzog, die Ärztin zu fragen, ob es immer so schnell zu geht. Sie lachte ein wenig und meinte, dass sie da individuell nach dem Kind gehen und mein Sohn doch alles wunderbar mitgemacht habe. Und dafür, dass er eigentlich ein Kann-Kind ist und andere Kinder einige Monate älter sind er genauso weit und wenn nicht noch weiter ist.

Dies erfüllte mich mal wieder mit Stolz aber auch wie immer mit ein wenig Wehmut. So schnell verging bisher die Zeit mit meinem lieben Schatz. Und wenn die kommenden Jahre auch wieder so schnell vergehen, sind die Kinder bald aus dem Haus und wir sind alt und alleine… Ok, jetzt habe ich ein wenig übertrieben, schon schnell geht das dann wohl doch nicht.

Egal wie oft ich mir wünsche, dass die Kinder doch endlich selbständiger werden und ich endlich wieder mehr Zeit für mich und meine persönlichen Pläne haben darf, ist es doch immer traurig das ein Lebensabschnitt sich dem Ende neigt.

Habt ihr auch ein „Kann-Kind“ zu Hause und den Test vom Gesundheitsamt hinter euch gebracht? Dann freue ich mich auf eure Erfahrungen.

 

Eure Mimi

 

Kommentare

  1. Christine

    Hi, Emine,

    ich lesen deine Texte immer wieder gerne. Sie erinnern mich an die Zeit, als meine Kinder klein waren.

    Und das Wunderland erscheint im neuen Gewande! Es wirkt richtig schick. Ein kleines bisschen traure ich aber schon den weißen Wölkchen hinterher…
    Egal: Bin schon auf die nächsten Geschichten gespannt. Bis bald! Liebe Grüße, Christine

    1. Autor
      des Beitrages
      mimi

      Hallo liebe Christine,

      danke für Dein Feedback. Vielleicht baue ich ja noch die Wölkchen wieder ein 😉
      Ich trauere eher hinter dir her. Ich freue mich wenn du wieder da bist :). Wünsche dir weiterhin viel Erfolg!
      Liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.